Garten Startseite Gästebuch

Luftbildaufnahmen vom 18.07.2003

Die Aufnahmen entstanden bei Hubschrauberflügen anlässlich eines Festes der KGV Sonnenschein.
Die Miniaturen werden beim Anklicken auf 800x533 Pixel vergrößert.
Alle Fotos sind selbsterstellt und unterliegen dem Copyright ©.
Bei beabsichtigter Verwendung der Bilder sind die Autoren zu kontaktieren: Familie Eidner.

Im folgenden Text stehen die Abkürzungen NLW für das Niederlehmer Werder, KGV für Kleingartenverein

Das NLW liegt südöstlich der Hauptstadt innerhalb des Berliner Autobahnrings in einer Niederung. Die oberste Bildreihe zeigt aus, verschiedenen Richtungen betrachtet, die Einbettung des Niederlehmer Werders in die Umgebung. Die nachfolgenden Bilder vertiefen einige Besonderheiten der 7 Kleingartenvereine auf dem Niederlehmer Werder. Zwischen Gewässerrand und Wald wurden auf 61,5 Hektar, die ehemals extensiv landwirtschaftlich genutzten wurden, 922 Parzellen zwischen 1987 und 1990 geplant und schrittweise erschlossen. Einerseits ist eine streng geometrische Parzellierung kennzeichnend. Die Kleingärten einschließlich des Wegesystems umfassen 30,88 Hektar. Das übrige Gebiet dient entweder gemeinschaftlichen Zwecken oder wird durch den Verbund der 7 ansässigen Vereine als Lebensraum für geschützte Pflanzen und Tiere erhalten und entsprechend gepflegt. So hat sich z. B. die Pferdebeweidung bewährt, um der Verbuschung entgegenzuwirken, aber auch zur Freude der Kinder. Neben den Offenländern fallen linienförmige Gehölzreihen auf. Diese begleiten insbesondere die Gewässerufer, aber auch Gräben bzw. Dämme im Gebietsinnern. Sie sind bevorzugte Singwarten für bis zu 20 Nachtigallen und bis zu 27 Gartengrasmücken in einer Brutsaison. Auch viele andere Singvögel besiedeln die Gehölzreihen in teilweise sehr hohen Dichten. Zum Nahrungserwerb suchen die Vögel gern auch die umliegenden Gärten auf.
01_IMG_5995 02_IMG_6010 03_IMG_6016 04_IMG_5981
Blick nach Nord: von Niederlehme auf das NLW in Richtung Berlin. Die Dahme und ihrer seenartigen Erweiterungen prägt die Landschaft.
Blick nach Süd: vom NLW in Richtung Niederlehme. In der oberen Bildmitte liegt der Möllenzugsee.
Blick vom Großen Zug auf das komplette NLW. Die im Bild links liegende Hauptstraßen Wernsdorf-Niederlehme und die Straße zum Miersdorfer Werder (rechts) bilden in etwa die Gebietsgrenze.
Blick nach West vom Wald auf die Dahmeseen: Im Vordergrund der KGV Waldhöhe, in der Mitte die Vereine Sonnenschein, Sellenzugsee und Energie (v.l.n.r.).
05_IMG_5967 06_IMG_5973 07_IMG_5975 08_IMG_6039
Blick nach NO vom NLW auf den Großen Zug. Erkennbar ist streng geometrische Parzellierung von beachtlichen Teilen der Vereine Sonnenschein, Sellenzugsee und Energie.
Der KGV Energie (unten und rechte Bildmitte) befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft von Einfamilienhäusern am Großen Zug (oben) und Sellenzugsee (links), Trotz vollständiger Zersiedlung der betroffenen Uferregion blieb ein hoher Baumbewuchs erhalten.
Der KGV Energie reicht bis an die Straße (rechts) zwischen Wernsdorf nach Niederlehme. Außer regelmäßig geschnittenen Parzellen umfasst es ein größeres Feuchtgebiet (linke Bildmitte), welches zur Biotoppflege von Pferden beweidet wird.
Nochmaliger Blick vom KGV Energie auf den Großen Zug, jetzt aus geringerer Höhe. Die Baumreihe markiert den Hauptweg entlang eines Grabens, im Vordergrund eine Parzelle, die wegen Vernässung nicht als Kleingarten vergeben sondern als Kleinbiotop gepflegt wird.
09_IMG_6104 10_IMG_6009 11_IMG_6050 12_IMG_6048
Blick über das langgestreckte parzellierte Gebiet des KGV Energie (zwischen den Wegen) mit dem großen Feuchtgebiet (rechts). Auf der linken Bildseite der KGV Sellenzugsee, im Hintergrund die gleichnamige Verbreiterung der Dahme.
Der nachhaltige Schutz des Uferrandstreifens ist ein gemeinsames Anliegen aller KGV auf dem NLW. Auch die Gemeinschaftssteganlage im Sellenzugsee (vorn rechts) ist ein Zeugnis des konsequenten Uferschutzes. Die im Bild noch davor liegende Badestelle ist als solche kaum zu erkennen.
Der KGV Sonnenschein ist der größte von allen Vereinen auf dem NLW. Hier, in einem Blick in Richtung Sellenzugsee, ist vor allem der bebaute Bereich zu sehen, nicht aber das große Offenland zwischen der Hauptstraße und den Parzellen.
Ein anderer Blick auf den KGV Sonnenschein zeigt ein Feuchtbiotop, welches durch die Anlage einer künstlichen Vertiefung im Sommer nicht mehr gänzlich austrocknet. Rechte Bildmitte: Sellenzugsee. Links neben dem Weg, der zu einer kleinen Badestelle führt, beginnt der KGV Möllenzug mit einem kleinräumigen Mosaik aus Parzellen und Freiräumen.
13_IMG_5969 14_IMG_6030 15_IMG_6032 16_IMG_6034
Nicht nur Feuchtgebiete wurden von der Parzellierung ausgespart. Auch das sogenannte "Museumsland" wurde wegen seiner archäologischen Bedeutung nicht parzelliert, sondern wird als Parkplatz genutzt. Dahinter: KGV Inselblick mit seiner idyllischen Wasserlage.
Über eine schmale Landzunge erreicht man schließlich den KGV Inselblick (links). Diese Verbindung, ein möglicherweise ehemaliges Kranichbrutgebiet, war früher nicht ganzjährig begehbar. Auch im Innern von Inselblick stand damals noch das Wasser. Immerhin ist der wertvolle Uferstreifen der Zivilisation nicht zum Opfer gefallen, sondern zusammenhängend erhalten geblieben.
Am Möllenzugsee sind 2 Vereine angesiedelt: Der sehr kleine gleichnamige KGV im Vordergrund, fast vollständig verdeckt durch die Bäume, erkennbar jedoch am eigenen kleinen Zugang zum Wasser und der flächenmäßig sehr große KGV "Möllenzug" mit einem völlig vorgelagerten Schilfgebiet im Süden, welches wegen der Umzäunung völlig unberührt ist.
Kurz vor der Landung gelang noch diese Aufnahme. Von der Straße aus ist der Verein "Sonnenschein" nicht zu erkennen, denn ihm vorgelagert ist das größte zusammenhängende Feuchtgebiet auf dem NLW. Eine zusätzliche Struktur schafft ein grabenbegleitenden Damm mit einer Gehölzreihe. Links im Hintergrund: KGV Möllenzugsee, erkennbar am Parkplatz, dahinter KGV Möllenzug.


Die Autorin hat seit 1991 den Brutvogelbestand auf dem NLW quantitativ erfasst. Zusammenfassend lassen sich die Ergebnisse im Literaturvergleich mit anderen Kleingartenanlagen wie folgt werten: Relativer Artenreichtum korreliert mit dem Vorhandensein naturnaher und deckungsreicher Strukturen und Artenarmut mit fehlenden Strukturen.

Die bedeutende Lebensraumfunktion von Strukturen auf dem NLW, insbesondere von Gehölzreihen, wurde mit Hilfe habitatbezogene Flächen- bzw. Liniendichten herausgearbeitet. Demnach können die Gehölzstreifen auf dem Niederlehmer Werder als überdurchschnittlich gut besetzt gelten, eine Folge des Zusammenwirkens von kleingärtnerischer Nutzung (Eutrophierung, Nahrung) und Naturschutzmaßnahmen der hier ansässigen Kleingartenvereine.