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Trauerseeschwalben und Co. vor den Toren Berlins


Der vom Aussterben bedrohten Trauerseeschwalbe werden hier schwimmende Kunstinseln als Nisthilfe angeboten. das Treiben kann man sehr schön vom Gosener Ufer aus beobachten, besser noch vom Boot der unmittelbar benachbarten Bootsausleihe.


Erlebnisse vom 1./2. und 4. Juni 2002
Bevor ich zu den Trauerseeschwalben komme, knüpfe ich an meinen vorangegangenen Bericht derselben Region an, in welchem ich vorangig Eisvogel-Beobachtungen geschildert habe.Auch diesmal werde ich damit beginnen, denn als wir mit unserem Boot aus dem Oder-Spree-Kanal in den Seddinsee einbogen, flog ein leuchtend blaues Wunder am Ufer entlang. Eine Überraschung war es nicht, denn die dort befindlichen Wurzelteller sind inzwischen auf meine Anregung hin mit Nisthilfen versehen wurden. Direkt vor einer der beiden beobachtete ich bei einer Vorbeifahrt im April einen Eisvogel. Diesmal war die Situation etwas brenzlig. Unmittelbar vor dieser Höhle ankerte ein Boot in wohl kaum mehr als 20 m Entfernung. Ich konnte nur hoffen, dass die erste Brut bereits ausgeflogen war. Die von mir am Niederlehmer Werder "betreuten" Eisvögel sind jedenfalls bereits zur zweiten Brut geschritten.

 

Alle Fotos lassen sich durch Anklicken einzeln und als Diaschau vergrößern.
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Tageshimmel im Infrarotlicht
Nebel vor Sonnenaufgang
Sonnenaufgang am See
Graureiher im ersten Morgenlicht

 

Wie letztes Mal ankerten wir im Nordteil des Sees in unmittelbarer Nähe der 2 markanten Bäume im Wasser (rechtes Bild).

Nachdem ein Schwarzer und ein Roter Milan über unser Boot hinweggesegelt waren, zeigte sich auch ein Seeadler. Kaum war er bei den Inseln angelangt, so wurde er auch schon von einer Nebelkrähe attakiert und erfolgreich verjagt. Die viel kleinere Nebelkrähe entpuppte sich als wendige und entschlossene Kämpferin, die keinen Zweifel aufkommen ließ, dass sie den Eindringling in ihrem Revier nicht duldete. Diesen Abend wagte der Seeadler noch einen zweiten Versuch, dieser ging aber genau so leer für ihn aus. Dabei hatte er es möglicherweise nicht einmal auf den Nachwuchs der Nebelkrähe abgesehen, denn es gab ja auch wehrlose Entenkücken zu holen. Die Schellentenmama sah ich lediglich 4 Junge ausführen, wenig für die attraktive Art, vielleicht hatte sie ja mal 10 kleine Negerlein ? Die aufgeweckte Kinderschar der benachbarten Stockentenmama betrug immerhin noch stattliche 10, wie ich am nächsten Morgen erfahren konnte. Warum ich um 4 Uhr bereits munter war, vermag ich nicht zu sagen. Vielleicht vor Kälte oder vor Aufregung, die schönste Zeit verpassen zu können. Jedenfalls war ich neugierig auf den Anblick des Sees. Der Nebel lag wie ein Schleier über dem Wasser, die Stimmung war berauschend und ich machte digitale Fotos bei so wenig Licht. Die Qualität der Aufnahmen kann keinesfalls mit meinen Erinnerungen mithalten, trotzdem zolle ich der technischen Entwicklung meinen Respekt. Um 4.50 Uhr durchstreifte ein einsamer Paddler mit Gepäck den See(Foto), ich bin überzeugt, dass er die besondere Stimmung zu genießen wusste. Das frühmorgendliche Konzert der Vögel erinnerte mich trotz der verschiedenartigen Tonlagen an eine Autobahn, Sie haben sich nicht verhört ! Die vielen einzelnen Gesänge vermischten sich zu einem Rauschen, wobei man zwar arttypische Geräusche aber keine Solisten heraushörten konnte. "Schuld" daran war das vollbesetzte Orchester und auch die relativ große Entfernung zum Ufer, wodurch es keine dominanten Sänger in unmittelbarer Nähe gab. Für mich war das in dieser Form ein neuartiges Klangerlebnis, welches um 4.52 Uhr durch den Ruf eines unerwarteten Solisten - eines Flussuferläufers - sogar noch betont wurde. Um 5.10 Uhr ging leider viel zu schnell die Sonne auf und ich fotografiere wieder in alle Richtungen. 20 Minuten erschien ein Konvoi motorisiertern Angler aus dem benachbarten Gosen, der eigentlich eine gute Bildkomposition abgegeben hat. Allerdings hatte ich alle Bildeinstellungen der Digitalkamera gerade auf Infrarot eingestellt, und in diesem Modus wirkte der Anglerkonvoi nicht sonderlich attraktiv. Infrarotaufnahmen sind eine Spezialität von Jörg. Da er aber noch schlief, wollte ich ihm mit den Bildern von den 2 kleinen Inselchen eine Freude machen. Die sonnenbestrahlten Blätter der Inselchen erscheinen im Infrarot weiß vor den noch nicht angestrahltem Bewuchs des dahinterliegenden Ufers.

Es dauerte eine Weile, ehe die Sonnenstrahlen die Kraft hatten mich aufzuwärmen. Zwischenzeitlich verschwand die Sonne noch hinter den Bäumen, was mich für eine gute halbe Stunde in die Koje trieb. Vor dem Frühstück gelang mir dank eines kühlen Bades doch noch der Sprung von der Schläfrigkeit zum Wachsein. Ich hatte es nicht eilig, mit dem Schlauchboot wegzukommen. Immerhin ist "Octopus" der Top-Beobachtungsposten für den Seeadler, der sich jedoch nicht wieder zeigte. Ab 10.20 Uhr saß ich im Schlauchboot und beobachte die Trauerseeschwalben an ihren Kunstnestern oder bei der Nahrungssuche. Am originellsten fand ich ihre leibhaftige Präsenz auf den Hinweisschildern "Schützt die Trauerseeschalben" oder "Schützt die Seerosenbestände, sie sind Brutgebiet der vom Aussterben bedrohten Trauerseeschwalbe". Trotz dieser und normaler NSG-Schilder musste ich leider einige meiner Mitbürger ermahnen, mit ihren Booten nicht in die Sperrzonen hineinzufahren. Die meisten gaben vor, die Schilder übersehen zu haben, denn sie waren ja alle "Naturfreunde". Dabei sollte man als Naturfreund doch eigentlich auch ohne speziell aufgestellte Schilder Seerosenfelder weiträumig umfahren. Leider ist das nicht selbstverständlich. Die Eltern mit kleinen Kindern waren übrigens Vorbild. Sie haben ihren Kindern nämlich erklärt, warum sie da nicht hineinfahren dürfen. Gleich nebenan ist ja die Bootsausleihe Gosen, die einerseits Naturerlebnisse für alle ermöglicht, andererseits aber zu Gefährdungen führt. Auch ich habe mir wegen der Fotos am übernächsten Tag dort ein hölzernes Boot aussgeliehen. Mein kleines Schlauchboot war mir eben zu unsicher für die Mitnahme des Fotoapparates.
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Ja, was lese ich denn da. ich bin geschützt ! Da kann ich mich in Ruhe putzen.
...was wir nämlich gern hier tun, wenn Ihr nicht zu dicht heranfahrt.
Die halbe Brutkolonie fliegt auf und kreischt, als ein Haubentaucher dicht an den Nestern vorbeischwimmt
Nachwuchs beim Höckerschwan