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Auf der polnischen Seite der Oder bei Owczary

Im Morgengrauen am 16.06.2002


 
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Das Stationsgelände des Lubuski Naturschutzverbandes in Owczary war auch 2002 wieder der Stützpunkt unserer zweitägigen Warthe-Exkursion mit der Berliner Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft (BOA). Das Dorf Owczary mit ca.100 Einwohnern liegt am Rande des Odertals, 1 Kilometer südlich von Górzyca bzw. 12 km südlich von Kostrzyn. Westlich und südwestlich von Owczary erstreckt sich ein ausgedehnter Polder: das Gebiet Lubuskie, benannt nach der Stadt Lebus auf der deutschen Seite der Oder. In 15-20 Minuten Fußweg erreicht man die Oder. Außerhalb des Gruppenprogramms hatte ich zwischen Morgendämmerung und Frühstück Gelegenheit, dem polnischen Oderufer einen Besuch abzustatten. Die Nacht zu verkürzen erwies sich als gute Entscheidung, denn die Oder auf polnischer Seite ist reich an Biotopstrukturen und dazugehörigen Vogelarten, die auf der deutschen Seite selten geworden sind (z. B. Beobachtung von Wendehals und Schlagschwirl).

Alle Fotos lassen sich durch Anklicken einzeln bzw. als Diaschau (je 9 s) vergrößern.
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Ein bisschen komisch ist schon das Gefühl, auf polnischer Seite an Wachposten vorbei auf dem mit Hochstauden bewachsenen Oderdeich zu stehen, ein Reh aufzuschrecken und auf die deutsche Seite zu schauen.
Die ersten Sonnenstrahlen beleuchten den makellosen Deich am deutschen Ufer, der nach dem Hochwasser 1997 vollständig repariert wurde.
Die polnischen Angler sind gerade eingetroffen und besetzen zielstrebig eine Buhne, die weit in den Strom hineinragt, scheinbar ihr Stammplatz. Ich freue mich, heute vor ihnen da gewesen zu sein.
Hier ein anderer Blick (mit der Sonne) vom polnischen Ufer in Richtung Deutschland. Ich höre ganz in der Nähe Kranichrufe und sehe später auf dem Rückweg 2 Kraniche.
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Die Buhnen auf polnischer Seite sind nicht nur bewachsen sondern auch teilweise zerstört, wodurch vielfältige Lebensräume entstanden sind, die sich dynamisch verändern.
Strukturreiches Detail am durchgerissenen Buhnenkopf
Ohne die immer wieder begangenen schmalen Anglerpfade käme man kaum vom Deich herunter geschweige denn durch´s Dickicht an´s Wasser.
Das Gelände vor dem polnischen Oderdeich ist je nach Feuchtigkeit mit Brombeergestrüpp oder Schilf bewachsen, entsprechend präsentiert sich die Vogelwelt.
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Überraschend gelingt es mir, einen singenden Schlagschwirl zu fotografieren. Im benachbarten Brandenburg beschränkt sich sein Vorkommen auf 400-600 Brutpaare.
Der Neuntöter, welcher wie der Schlagschwirl 1997 aus der Roten Liste Brandenburgs entlassen werden konnte, ist hier häufig vertreten. Im kleinräumigen Mosaik wechselnder Vegatation lockt er hier auf einer Wildrose.
Der Sänger achtet mehr auf sein Weibchen als auf mich und präsentiert sich vor ihr vorteilhaft mit halb gespreiztem Schwanz.
Die Grauammer, welche auf den Trockenrasen in Owzary zu den Charaktervögeln gehört, lässt auch hier direkt an der Oder ihren rasselnden Gesang erklingen.

Um 6.30 Uhr ist der Frühstückstisch in Owzary gedeckt. Die viel zu kurze Zeit ist erwartungsgemäß zu schnell vergangen. Ich bin trotzdem glücklich und beeile mich mächtig, denn um 7 Uhr beginnt unsere Gruppenexkursion in den Naturpark Untere Warthe.

 

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