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Der Nationalpark Unteres Odertal wurde 1995 gegründet
und von Anfang an als Bestandteil eines deutsch-polnischen Naturschutzprojektes
angelegt. Er umfasst das Gebiet von Hohensaaten bis Stettin in einer
Länge von ca. 60 km. Das Untere Odertal gilt als einer der größten
Überflutungsräume Mitteleuropas. Die natürlichen Gegebenheiten,
aber auch die unmittelbare Grenzlage zu Polen haben bewirkt, dass das
Untere Odertal nicht weiter verbaut wurde und so die überaus artenreiche
Auenlandschaft erhalten geblieben ist.
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Der asphaltierte Winterdeich
bietet sich zum Radeln besonders an. Westwärts schauen wir auf
die Hohensaaten-Freidrichsthaler Wasserstraße, einen parallel
der Oder verlaufenden Schifffahrtskanal. Blicken wir gen Ost, können
wir die Oder in der Ferne erahnen. Alljährlich etwa von Mitte November
bis Mitte April sind die Nasspolder zwischen Gatow und Stützkow
geflutet. Dem Besucher zeigt sich eine großartige Überflutungslandschaft,
die stellenweise mit Ansammlungen von Wasservögeln in einer hohen
Artenvielfalt bestückt ist.
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Wir übernachten in
der Pension "Storchennest" in Criewen, die wir gern weiterempfehlen
(03332-51 63 67). Das Nest ist besetzt, wenn nicht gerade "unsere
Störche" auf Nahrung aufnehmen. Als unerwartetes ornithologisches
Highlight zeigt sich am 14.4. eine Raubseeschwalbe ca. 3 km nördlich
von Criewen im Nasspolder. Es hat sich gelohnt, den Pulk von 122 Möwenartigen
einzeln durchzusehen. Ein Foto kann ich leider nicht anbieten, dazu
war die Entfernung zu groß, aber ein einheimischer Ornithologe
hat den seltenen Durchzügler mit entsprechender Ausrüstung
durch sein Spektiv fotografiert (digiskopiert). Seeadlerbeobachtungen
gehören im NP Unteres Odertal zwar zu den Alltäglichkeiten,
aber trotzdem immer wieder reizvoll. Die Bilder zeigen bis zu 4 Adler
gleichzeitig, dabei handelt es sich noch um unausgefärbte Jungvögel.
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Die Abend- und Morgendämmerung
ist nicht nur für Vogelbeobachtungen interessant, sondern auch
die Zeit, wo das Licht am schönsten ist und sich die Landschaft
von Minute zu Minute verändert.
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Auch das Hinterland hat etwas zu bieten.
Auf dem Quellerlebnispfad südlich vom Nationalparkhaus Criewen
finden wir im riesigen Wurzelteller eines umgefallenen Baumes ein
sehr verdächtiges frisches Loch. Alles deutet daraufhin, dass
es zu einem Eisvogel-"Brutkessel" führt. Wir wollen
nicht stören, ohnehin wollen wir weiter, nämlich zum eigentlichen
Bett der Oder. Dazu nutzen wir die ganzjährig befahrbare Querverbindung
vom Winter- zum Sommerdeich bei Stolpe.
An den Oderstrom kommen wir diesmal
nicht näher heran, als auf dem 3. Bild von links zu erahnen ist.
Dennoch ist in der Vergrößerung zu erkennen, dass die paradiesischen
Zeiten für die Natur der Vergangenheit angehören. Es wird
massiv gebaut, um die Schiffbarkeit der Oder zu verbessern. Für
eine längere Fahrt auf dem Sommerdeich bietet sich auf der Nordseite
die Querverbindung in Gatow an. Diese ist allerdings nicht ganzjährig
befahr- bzw. begehbar. Aktuelle Informationen für die Planung
einer Tour einzuholen können im Info-Zentrum des Nationalparks
telefonisch erfragt werden (Tel. der NP-Verwaltung in Schwedt: 03332-25470).
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Mehr als zur oder selbst
zieht es uns in die Überflutungsbereiche, die sowohl aus fotografischer
als auch aus ornithologischer Sicht sehr abwechslungsreich sind. Darum
fahren wir auf einem Damm auf der Höhe von Stützkow, der die
Grenzlinie zwischen den Nass- und Trockenpoldern markiert, zurück
zum Winterdeich und finden auf dem Rückweg zahlreiche Motive, die
uns immer wieder vom Rad absteigen lassen.
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Eins ist klar: Zwei Tage sind zwar besser als nur ein
Tag, aber dennoch zu wenig. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen!
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